Sad is the seagull

Ausnahmsweise ein englisches Gedicht, weil ich bisher keine deutsche Übersetzung gefunden habe. Es ist ein Beispiel für die traditionelle Dichtkunst der Frauen und den Ton: melancholisch, traumgleich.

Soitto on suruista tehty / murehista muovaeltu

Lieder sind aus Sorgen gemacht, Gedichte aus Leid gewunden.

Im Orignal lautet das Gedicht:

Alahall‘ on allin mieli
uiessa vilua vettä
alempana armottoman
käyessä kylän väliä
syän on kylmä kyyhkysellä
syössä kylän kekoa
vilu vatsa varpusella
juoessa viiua vettä
kylmemp on minun poloisen
kylmemp on minun sitäkin

Was neben der praktischen Unaussprechbarkeit der Wörter auffällt, sind die vielen Alliterationen, ein typisches Merkmal traditioneller, finnischer Dichtkunst. Die Epen waren lang, die Lieder schilderten ausführlich die Wanderungen der Helden, die Seelenzustände der Besungenen, die Ursprünge von Krankheiten, Mühsal und allen möglichen widrigen Naturgegebenheiten. So beginnt die Kalevala, die bekannteste finnische Dichtung mit:

Vaka vanha Väinämöinen

Väinämöinen ist dabei der Held, vanha heißt alt, vaka soviel wie ausdauernd, langandauernd. Väinämöinen ist alt und schon seit langer Zeit auf dieser Welt. Tatsächlich hat er sie geschaffen.

Ich liebe dieses Gedicht. Es arbeitet so schön mit Naturbildern und der finnischen Natur. Mit dem Gegensatz der freien Vögel und der an die Erde gebundenen Menschen.

Hope is the thing with feathers –
That perches in the soul –
And sings the tune without the words –
And never stops – at all –

And sweetest – in the Gale – is heard –
And score must be the storm –
That could abash the little Bird
That kept so many warm –

I’ve heard it in the chillest land –
And on the strangest Sea –
Yet – never – in Extremity,
It asked a crumb – of me.

Emily Dickinson (1830 – 1886)

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